Snapchat hat seinen bahnbrechenden Australischen Rat für digitales Wohlbefinden vorgestellt, ein Programm, das Jugendliche in den Mittelpunkt der Gespräche über Online-Sicherheit und positive digitale Erfahrungen stellt. Diese Initiative, die Anfang 2025 angekündigt wurde, sucht aktiv Bewerbungen von jungen Australiern im Alter von 14 bis 16 Jahren und zielt darauf ab, eine vielfältige Gruppe auszuwählen, die ihre einzigartigen Einblicke beisteuert.
Der Rat entsteht aus der klaren Erkenntnis, dass Teenager nicht nur Nutzer, sondern Experten im digitalen Bereich sind. Mit über 8 Millionen monatlichen Nutzern in Australien, die sich hauptsächlich mit Freunden verbinden, nutzt Snapchat dieses Programm, um sicherzustellen, dass seine Plattform sich so weiterentwickelt, dass sie das Wohlbefinden von Jugendlichen wirklich unterstützt. Der Start folgt auf Forschungsergebnisse, die eine starke öffentliche Unterstützung für die Einbeziehung junger Menschen in Online-Sicherheitsdialoge zeigen, was dies zu einem zeitgemäßen und von der Gemeinschaft unterstützten Schritt macht.
Strukturiert als eine 18-monatige Verpflichtung, ist der Australische Rat für digitales Wohlbefinden weit mehr als eine symbolische Geste. Ausgewählte Mitglieder werden an monatlichen virtuellen Anrufen, gemeinsamen Projektarbeiten und direkten Gesprächen mit dem globalen Sicherheitsbeirat von Snapchat teilnehmen. Der Höhepunkt des Programms ist ein zweitägiger persönlicher Gipfel im Snapchat-Büro in Sydney, wobei alle Reise- und Unterbringungskosten für Teilnehmer und einen Erziehungsberechtigten übernommen werden.
Wie Ben Au, Policy Lead für Snap Inc. in Australien und Neuseeland, erklärte, ist das Unternehmen "leidenschaftlich daran interessiert, Snapchat zu einem lustigen und sicheren Ort zu machen", und dieser Rat ist ein wesentlicher Teil dieser Bemühungen. Das Betriebsmodell stellt sicher, dass das Feedback der Jugendlichen nicht nur gehört, sondern in die laufenden Sicherheitsstrategien und die Werkzeugentwicklung des Unternehmens integriert wird, wie beispielsweise die Family-Centre-Funktion für die elterliche Aufsicht.
Das erste australische Team besteht aus acht gesellschaftlich engagierten Jugendlichen aus dem ganzen Land, die für ihr Engagement und ihren Wunsch, etwas zu bewegen, ausgewählt wurden. Diese jungen Führungspersönlichkeiten, wie Charlotte C aus dem regionalen Victoria, haben sich beworben, weil sie der Meinung sind, dass Jugendliche in den digitalen Räumen, die ihr tägliches Unterstützungssystem und ihr soziales Leben bilden, ein Mitspracherecht haben müssen.
Charlottes Perspektive verkörpert den Geist des Rates: "Jugendliche sollten ein Mitspracherecht bei dem haben, was online passiert, denn diese Räume sind unser Unterstützungssystem... Ich freue mich darauf, Teil dieses Rates zu sein, damit ich Sicherheits- und Wohlfühlinitiativen für meine australischen Altersgenossen unterstützen kann." Diese persönliche Beteiligung möchte Snapchat nutzen, um sicherzustellen, dass Lösungen auf realen, gelebten Erfahrungen und nicht auf Annahmen von oben herab basieren.
Snapchats australischer Rat ist kein isoliertes Experiment, sondern Teil einer gezielten globalen Expansion. Er dient als Schwesterrat zum ersten US-Rat für digitales Wohlbefinden, der 2024 gegründet wurde, und einem europäischen Rat, der 2025 eingerichtet wurde. Dieses globale Netzwerk verstärkt die Stimmen junger Menschen über verschiedene Kulturen und regulatorische Umgebungen hinweg.
Das US-Pilotprojekt mit 18 Jugendlichen hat bereits wertvolle Erkenntnisse geliefert, von Diskussionen über Sextortion und Stigmatisierung bei Meldungen bis hin zur Bedeutung von Ratschlägen unter Gleichaltrigen. Der australische Rat baut auf dieser Grundlage auf, übernimmt einen ähnlichen Rahmen mit persönlichen Gipfeltreffen und fortlaufenden Dialogen, um einen länderübergreifenden Austausch von Ideen zum digitalen Wohlbefinden zu fördern.
Diese Initiative entfaltet sich vor dem komplexen Hintergrund des geplanten gesetzlichen Verbots von Social Media für Nutzer unter 16 Jahren in Australien, das Ende 2025 in Kraft treten soll. Während Snapchats Ankündigung dieses Verbot nicht explizit anspricht, kann der Rat als Teil einer breiteren Bemühung gesehen werden, das Engagement der Plattform für proaktive Sicherheitsmaßnahmen und konstruktives Engagement von Jugendlichen zu demonstrieren.
Lucy Thomas OAM, CEO von Project Rockit, betont die Notwendigkeit: "Wenn wir wollen, dass Online-Sozialerlebnisse sicher und empowernd sind, müssen Plattformen aktiv den Erfahrungen von Jugendlichen zuhören und darauf durch Design reagieren." Der Rat stellt einen strategischen Schritt dar, um sich mit dieser Ethik in Einklang zu bringen und möglicherweise sowohl die Unternehmenspolitik als auch die öffentliche Wahrnehmung in einem angespannten regulatorischen Klima zu beeinflussen.
Das wahre Maß für den Erfolg des Rates wird seine greifbare Wirkung auf die Sicherheitsfunktionen von Snapchat und das breitere digitale Ökosystem sein. Erkenntnisse aus der US-Kohorte haben bereits den Wert eines offenen Dialogs zwischen Jugendlichen und Eltern sowie den Bedarf an Werkzeugen betont, die junge Nutzer befähigen, ihren digitalen Fußabdruck verantwortungsvoll zu verwalten.
In die Zukunft blickend setzt diese australische Initiative einen Präzedenzfall dafür, wie Technologieunternehmen Sicherheitslösungen mit ihren jüngsten Nutzern gemeinsam gestalten können. Indem Snapchat die Perspektiven von Jugendlichen in den Innovationsprozess einbettet, geht das Unternehmen nicht nur reaktiv auf das Wohlbefinden ein, sondern hilft, eine positivere und bewusstere digitale Zukunft zu gestalten – eine, in der Plattformen mit Empathie aufgebaut werden und Jugendliche als wesentliche Partner bei der Schaffung von Online-Räumen anerkannt werden, die stärken statt untergraben.